Hey!

Heute möchte ich dir meine 10 Lieblingsbücher aus der Kategorie Textildesign vorstellen. Ich habe mir diese oftmals „fetten Schinken“ während meiner Studienzeit oder kurz danach zugelegt und sie sind natürlich eine sehr subjektive Auswahl. Aber trotzdem denke ich, dass es den einen oder anderen von euch Kreativen interessieren könnte. Ich bin übrigens ein Buch-Junkie, wenn ich eines erspähe, wird im Internet so lang drum herum gesurft, bis es gekauft wird. Meistens habe ich sogar das Gefühl, dass ich meine Arbeit nicht fortsetzten kann, bis ich dieses eine Buch gelesen habe. Dann wird das Layout begutachtet und die Druckerschwärze eingeatmet… Kennst du das oder bin ich total verrückt?

Wie auch immer, diese Bücher haben mir viel beigebracht und deswegen möchte ich sie dir nicht vorenthalten!

Top 10 Textildesign- Bücher, die du gelesen haben musst

#1 „Mut zum Skizzenbuch: Zeichnen und Skizzieren unterwegs“, Felix Scheinberger

Dieses Buch ist noch relativ neu in meiner Sammlung und eine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht. Es ist ja so: Eigentlich weiß man ja, dass man gerne zeichnet. Aber im Alltag nimmt man sich nicht die nötige Zeit, täglich zu skizzieren. Da Weile hilft das nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern man kommt auf neue Musterdessins. Das Buch nimmt einem „die Angst vorm weißen Blatt“, warum man bei einem neuen Skizzenbuch lieber auf Seite 17 anfangen sollte und das es gar keine Fehler beim Zeichnen gibt. Außerdem geht es auf grundlegende Papiertypen und Zeichenmittel ein und ruft einem ins Gewissen, das das eigene Skizzenbuch eine private Angelegenheit ist und nicht im Familien- und Kollegenkreis breit getreten und bewertet werden sollte. Außerdem ist das Buch wunderbar illustriert mit Herrn Scheinbergers eigenen Skizzen. Wie der Titel schon sagt, es macht Mut und Vorfreude auf das Führen eines Skizzenbuches und spornt an, öfter den Bleistift zu spitzen. Auch für gestandene Zeichner eine klare Empfehlung!

#2 „Die Gestalt des Menschen: Lehr- und Handbuch der Künstleranatomie“, Gottfried Bammes

Ich sage nur Grundlagen visueller Wahrnehmung und Gestaltung, ein Studienabschnitt im Textildesign. Noch genauer handelte es sich um Naturstudien, menschliche Anatomie. Das war eines meiner absoluten Lieblingsfächer. Ich konnte ohne Probleme 5 Stunden am Stück Rippenbogen und Beckenknochen von einem Skelett abzeichnen. Schon vor meinem Studium besuchte ich regelmäßig Aktzeichenkurse, da mich die Bewegung der Figur im Raum faszinierte. Dieses Buch ist das wohl berühmteste Nachschlagewerk für anatomisches Zeichnen der menschlichen Gestalt. Es behandelt Anatomiekenntnisse, die geschichtliche Entwicklung der dreidimensionalen Darstellung des Körpers, Ausdruck und Proportionierung des Körpers anhand von Wirkungszusammenhängen und Bewegung. Die Anleitungen sind detailliert beschrieben und animieren zum Nachahmen. Irgendwann macht es dann Klick und man versteht diese anatomischen Zusammenhänge und bekommt einen Sinn für Raum-Körper-Verhältnisse. Ein wunderbares Gefühl, dieser Aha-Moment…

#3 „Von der Fläche zur Form: Falttechniken im Papierdesign“, Paul Jackson

Nicht ganz unschuldig an meiner Origami-Obsession ist dieses Buch des Herrn Jackson. Er ist einer der führenden „Falter“ der Moderne und begreift dieses Handwerk als Form des Modellbaus. Hier werden keine Kraniche oder Herzen gefaltet, sondern durch einen sachlichen mathematischen Einstieg die Grundfaltungen erklärt, anhand von Faltdiagrammen und Bildern. Jackson muntert dazu auf, nicht nur seine Diagramme nachzufalten, sondern sie als Ausgangspunkt für eigene Gebilde zu benutzen. Es ist erstaunlich, wie viel Zeit man ins Origamifalten stecken kann, es hat für mich fast einen meditativen Charakter (dabei bin ich eigentlich kein allzu geduldiger Mensch). Ich habe mit Hilfe dieses Buches eine ganze 3D- Tapetenkollektion erstellt. Dazu aber ein andermal mehr. Für Freunde der geometrischen Faltung eine echte Empfehlung!

#4 „Textile Designs: 200 Years of Patterns for Printes Fabrics arranged by Motif, Colour,Period and Design“ Susan Meller, Joost Elffers

Dieses tolle Buch ist ein Muss für alle Textildesigner da draußen. Es bedient absolut meine Sammelwut nach farblich und stilistisch geordneten Musterdessins. Es erklärt vornweg, welche Arten von Mustern existieren und ist dann aufgeteilt nach floralen und geometrischen Mustern, nach Conversationals und abstrakten Dessins mit Angabe zur Entstehungsort, Designer und Epoche. Wenn ich eine Musteranalyse schreibe oder einen Entwurf stilistisch einordnen möchte, ist dies das erste Buch, was ich durchforste. Außerdem macht es unglaublich glücklich diesen farbenfrohen Schinken durchzublättern.

Was ich mit Hilfe dieses Buches an Musteranalysen geschrieben habe, siehst du HIER.

#5 „Die Geschichte der Muster: Eine Zeitreise durch drei Jahrtausende“, Diana Newall, Christina Unwin

Dieses Buch bekam ich zu Beginn meines Studiums von meinen Eltern geschenkt und ich habe es verschlungen. Ich interessiere mich sehr für Kunst- und Designgeschichte und natürlich wollte ich schon immer wissen, was es mit dem berühmten Granatapfelmuster auf sich hat und warum das Paisleymotiv so populär ist. Das Buch ist nach Epochen eingeteilt, beginnend mit der Antike, über das Mittelalter, Renaissance, Moderne bis zum Jahr 2011. Man bekommt vermittelt, wie man Muster liest. Beispielsweise anhand der Bildsprache, der gesellschaftlichen Strömungen und wie einige Muster sich weiterentwickeln, verschwinden und Jahrhunderte später neu adaptiert werden. Es informiert anschaulich über die Grundkenntnisse der Ornamentik sowie die wichtigsten textilen Fachwörter. Super ist, dass die Dessins auch an nicht textilen Beispielen, wie Keramiken, Schmuck, Architektur und Innenrichtung erklärt werden. Wer neugierig ist auf die Herkunft des Textildesigns, sollte sich dieses Buch unbedingt anschauen.

#6 „Textilien im Modedesign: Das Handbuch für die richtige Stoffwahl“, Gail Baugh

Eine Bekannte aus der Textilbranche sagte mir, dass heutzutage nur noch ein kleiner Unterschied zwischen Textildesignern und Grafikdesignern herrscht, nämlich die Kenntnis über textile und textilfremde Materialien und deren Wirkungszusammenhänge. Da mag wohl was Wahres dran sein. Falls du dich mit Textilherstellung, Modedesign und Stoffeigenschaften beschäftigst, ist dieses Buch ein Muss. Es werden alle gängigen Textilien übersichtlich vorgestellt. Gegliedert ist es nach Funktion der Textilien. So findest du Kapitel mit der Überschrift „Klare Kontur“, „Fließende Linie“ oder „Figurbetonung“. Außerdem klärt das Buch über wichtige Stoffbegriffe auf und hält zahlreiche Tabellen zu Faserarten und Flächenbildung bereit. Es ist ein modernes, gut gestaltetes Nachschlagewerk, das bei mir im Regal niemals Staub ansetzen wird.

#7 „kleinkariert: Wege zum Muster im Textildesign“, Nathalie Pellon

Kleinkariert gehört für mich zur Standartlektüre zum Thema Textildesign. Frau Pellon beschreibt anschaulich grundlegende Gestaltungsprinzipien und Entwurfsmethoden, gibt Anregung zur Ethik und Nachhaltigkeit der Textilproduktion und benennt die wichtigsten textilen Verfahren. Besonders toll ist der 2. Teil des Buches, wo sie anhand einiger Beispiele ihre Entwurfsmethodik darstellt. Man hat das Gefühl, ihr über die Schulter zu schauen und fühlt sich sofort inspiriert und möchte loslegen. Beim Erarbeiten meiner ersten Stoffkollektion hat mir das sehr geholfen. Nützlich war das Buch auch während meiner Bachelor- Arbeit, ich möchte fast behaupten, dieses Buch war meine Bibel. Wenn die Nerven einmal blank lagen und die Konzentration im Eimer war, gab mir die objektive Herangehensweise des Buches wieder neuen Antrieb.

#8 „A Field Guide to Fabric Design“ , Kimberly Kight

Dieses Buch habe ich mir zugelegt, um die Grundlagen des digitalen Musterzeichnens immer griffbereit zu haben. Hier findet man Step-by-Step Anleitungen, wie man in Photoshop und Illustrator am einfachsten Muster erstellt. Zudem gibt es noch nette Extras, wie allgemeine Farb- und Musterlehre, Textilkunde, Drucktechniken, Kollektionserstellung. Das Buch ist für alle konzipiert, die in die Materie des Musterdesigns und Druckens eintauchen wollen. Es erhebt nicht den Anspruch ein tiefgreifendes Lehrbuch zu sein, aber die vielen bunten Bildchen und der einfache englische Text machen Spaß zu lesen. Toll finde ich die Interview-Seiten, wo sich verschiedene Designerinnen zu Themen äußern, z.B.: „Was tun gegen eine Kreativblockade?, Trends folgen oder nicht?“

#9 „Die Tapete: Geschichte, Gestaltung und Techniken des Wanddesigns“, Lesley Hoskins

Textildesigner beschäftigen sich ja im Grunde mit der Gestaltung einer Vielzahl an zweidimensionalen Flächen. Somit gehört auch die Wandgestaltung dazu. Mein Hang zur Tapete ist wahrscheinlich eher genetisch bedingt, da mein Vater Malermeister ist. Dieses tolle Buch über die Herkunft des Wandbehanges habe ich im Praxis-Semester bei einem bekannten Tapetenunternehmen geschenkt bekommen. Es behandelt die Entwicklung der Wandgestaltung von der Lederhaut, über Malereien, zu Modeldruck und somit den ersten Tapeten, bis in die Neuzeit. Es ist eine vollständige historische Abhandlung mit schöner Bebilderung. Für Tapeten-Freaks wie mich , ein lohnenswertes Buch.

#10 „Muster Machen: Für Mode, Dekor und Grafik“, Lotta Kühlhorn

Ach, schwärm… Ich liebe dieses Buch. Es erinnert mich an mein grandioses Auslandssemester in Österreich. Ich habe es mir zugelegt, weil ich dort einen Kurs in „Animal Print“ belegte. Frau Kühlhorn beschreibt in diesem Buch eine ganz persönliche Sicht auf Muster, wie ihre Kindheit und Umgebung ihre Entwürfe prägen und wie sie den Rapport als „Abbild der Gesellschaft“ und des Lebens begreift. Ich habe eine ähnlich emotionale Herangehensweise ans Gestalten und freue mich wahrscheinlich deswegen so über dieses Buch. Ich mag auch ihren „skandinavischen“ und farbenfrohen Stil. Für manchen ist das vielleicht ein bisschen zu sehr Ikea. Ich finde es toll!

Jetzt hast du einen Einblick in mein Bücherregal bekommen. Sind deine Lieblingsfachbücher auch in der Liste oder kennst du noch welche, die ich unbedingt lesen sollte? Lasse gerne einen Kommentar hier, ich bin gespannt auf deine Meinung!

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal ,

deine Ms.Hey!